Stand: 06.03.2009
Wenn etwas international ist, liegt es auf der Hand, daß man sich nicht auf einen Standard einigen kann. Dies gilt selbstverständlich auch für Drachenboote. Deshalb an dieser Stelle nur soviel:
Das von uns in Deutschland und meist auch in Europa gefahrene europäische Standard-Boot ist 12.49m lang, 1.16m breit und wiegt ca. 250kg (+5% bei einem einteiligen Boot - nein: es gibt kein 97-teiliges Steckboot für Smart-Fahrer!). Es gibt aber tatsächlich zwecks leichteren Transports zweiteilige Boote (mittig quer durchgeschnitten!), die mittels Bolzen hoffentlich wasserdicht zusammengefügt werden.
Es bietet mehr oder (eher) weniger Platz den 20 Paddlern, einem Trommler und dem Steuermann . Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 75kg je Person müssen also knapp zwei Tonnen mit den Paddeln möglichst schnell in Fahrt gebracht und gehalten werden.
Takt muß, Kraft darf sein.
Auf diesen einfachen Nenner kann man das "Geheimnis" erfolgreicher Teams bringen. Deshalb wird im Training immer die Gleichmäßigkeit des Paddeleinsatzes im Vordergrund stehen. Der schiere Krafteinsatz oder "Tempobolzerei" einiger, weniger wird eher kontraproduktiv sein.
Auch die letzten Reihen im Boot müssen den Vorderleuten folgen können, denn der Takt der vorn sitzenden Schlagleute ist verbindlich für alle Paddler. Jeder Paddler richtet sich an seinem Vordermann - und nur dort - aus, und wenn alles über die gesamte Distanz gut geht, ist ein ordentliches Ergebnis auch von körperlich schwächeren oder älteren Teilnehmern zu erreichen.
Auch wenn sich Drachenboot-Rennen nach mehr als 2000 Jahre inzwischen zu einer professionellen Sportart mit Weltmeisterschaften entwickelt haben - über jedem Rennen weht ein Hauch von Mythos und Geschichte.
Das ist sicher schön zu lesen, aber: Wir sind nicht professionell, es "weht" höchstens das Wasser ins Gesicht und mythisch [lt.Duden:
sagenhaft, erdichtet ] ist meistens nur die Geschichte, die über die eigene Leistung berichtet wird.
Aber Spaß macht es trotzdem. Womit wir wieder am
Anfang wären.